Ostern: Ironman, Auflösungserscheinungen und im Stehen pinkeln

Seit vier Wochen sind wir nun wieder in Spanien. Als wir los fuhren freuten wir uns: ab in den Süden, endlich weg vom Hamburger Schmuddelwetter! Tja, Pustekuchen… zu Hause wird´s sommerlich, Freunde schicken uns Fotos von Grillparties und es wird von Dürre und Waldbrandgefahr berichtet. Wir hingegen genießen zünftiges Aprilwetter mit Sonne, Wolken, Graupelschauern, Gewitter und ausgiebigen Regengüssen bei Temperaturschwankungen zwischen 6 und 26 Grad! Finde den Fehler…

Wenn das Wetter es zulässt, arbeiten wir mit Fahrradfahren, Wandern und Joggen an unserer Fitness. Der Captain meint, noch ein, zwei Runden, dann ist er bereit, dem amtierenden Iron Man den Titel abzuknöpfen! Und was macht man bei Scheißwetter? Genau: Shoppen! Wir entern alle Einkaufszentren und geben ordentlich Geld aus. Dank des besagten Fitnessprogramms findet Hatti endlich eine passende Wanderhose mit der er gleichzeitig wandern UND atmen kann. Hurra! Aber ehrlich: Wir essen, ungewollt, sehr wenig Fleisch, kochen immer frisch, schlafen ausgiebig und treiben viel Sport. Dinge, für die im Berufsalltag zu wenig Zeit bleibt. Ergebnis: wir fühlen uns topfit!

Pünktlich zu Ostern wurde das Wetter dann aber schön. Mit Sonnenschein, gebratener Dorade, Lammkoteletts und Möhrenkuchen feierten wir die Auferstehung (jaaa, die Wanderhose passt immer noch!). Und weil es das erste Osterfest ohne Freunde und Familie für uns war, wurde kurzerhand die Hafenmeisterin zur Ersatzfamilie erklärt und mit Schoko-Osterhasen beschenkt!

Aber: Auch zu Ostern gab es keine Pause von den üblichen Verschleißerscheinungen, die unser alter BigFoot so mit sich bringt. Zunächst ging die Elektro-Herdplatte kaputt. Naja, wir haben ja noch unseren Petroleumkocher. Bei dem streikte jedoch die Petroleumpumpe. Schwupps! Innerhalb von Sekunden war die Pantry mit Petroleum geflutet. Das Ganze wurde dann eine größere Operation und aus „ich mach mal eben schnell..“ wurde wieder ein Vormittag füllendes Programm. Da Hatti eigentlich gerade dabei war, den Werkzeugraum aufzuräumen, wurde es im Boot auch ganz schnell wieder „urgemütlich“!
Außerdem machte uns die Homepage mal wieder Kopfzerbrechen. Bei der Programmierung hier und da ein bisschen rumgeklickt und dabei irgendwas zerschossen! Aber zum Glück haben wir ja unseren Kumpel und WordPress-Experten Raz in der Nähe. Da denkt man, man kennt sich ein bisschen mit der Materie aus und dann kommt ein Profi! Aufkommendes Gefühl: zum Scheißen zu dämlich! Egal, er hat es, durch Zauberei, irgendwie wieder hinbekommen.
Wenn etwas kaputt geht, dann will die Bordtoilette natürlich auch mit mischen! Dieses Mal war das Gehäuse von der Pumpe gebrochen. Wasser lief heraus und das Klo konnte damit nicht benutzt werden. Eine neue Pumpe ist bestellt, aber für den Übergang musste die alte natürlich ausgebaut und provisorisch repariert werden. Damit wurde für 2 Tage die Pütz (Eimer) zum wichtigsten Gegenstand an Bord! Romantische Erinnerungen kamen auf an den ersten Bootsurlaub mit unserer Nußschale „Odin“, wo nur eine Zeltplane als Dach und eine Schüssel als Klo diente. Die Schüssel haben wir immer noch. So etwas schmeißt man nicht weg! Wir fühlten uns wieder jung und wollten die reparierte Pumpe gar nicht wieder einbauen. Insbesondere Hatti konnte dem Naturgesetz eines Mannes mal wieder Folge leisten: Im Stehen pinkeln!!!
Und wenn gerade mal nichts vom Verschleiß dahin gerafft wurde, dann verschütteten wir einen halben Liter Rotwein über die Polster oder zerdepperten ein Schneidebrett, damit es nicht zu langweilig wird.

Ach ja, und dann gibt es, abgesehen vom Wetter, ja noch einen zweiten Grund, warum wir immer noch in San Adrián sind:
So warten wir ja nun schon seit einiger Zeit auf unser neues Großsegel. Eines Morgens begrüßte Jörg Steffi mit den Worten: „Das Segel wurde geliefert!“ Das breite Grinsen auf Steffi´s Gesicht wurde jäh zerstört mit dem Nachsatz „zu meinen Eltern nach Hause!“. Obwohl die Lieferung nach Spanien sowohl telefonisch als auch schriftlich mehrfach mit dem Segelmacher besprochen wurde, hat dieser es leider trotzdem verdaddelt und das Segel an die Hamburger Adresse geschickt. Na gut, Shit happens…. Blöd nur, dass die Lieferung erst wieder nach Flensburg zurück ging um dann von dort aus erneut auf die Reise geschickt zu werden. Gründonnerstag und Karfreitag sind Feiertage in Spanien, was die Lieferung weiter verzögerte. Am Ostermontag (hier ein Werktag!) konnten wir endlich unser Paket in Empfang nehmen! Super, dann mal raus damit! Ähh… neeee, es stürmt und regnet gerade wieder und das soll sich auch für die nächsten Tage nicht ändern.
Wir haben´s auch nicht immer leicht!

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