Besuch aus Hamburg: Urlaub, Stuhlgang und Außerirdisches

Endlich ist es soweit! Nach einer Coronapause kamen Martin und Silvi wieder eingeflogen. Wir kennen uns aus Jugendzeiten (nach Hatti quasi erst seit gestern) und die beiden segelten seit unserem Ausstieg viele Etappen mit uns. Kummer sind sie also gewohnt!

Das Schietwetter der letzten Tage legte eine kurze Pause ein, aber stürmische Tage waren schon wieder in Aussicht. Erstmalig gab es auch einen Orcaangriff auf ein Segelschiff direkt vor der Haustür, unterhalb der Zwanzig-Meter-Tiefenlinie. Dieser Bereich galt bisher als relativ sicher, aber die Orcas scheinen sich an keine Etiketten mehr zu halten. Die Rahmenbedingungen waren also eher so mittel.

Wie es aber immer so ist, wenn passende Menschen aufeinandertreffen, verlieren die äußeren Umstände an Bedeutung. Selbst als der ohnehin schon geringe Raum im Schiff durch zwei weitere Mitsegler noch einmal halbiert wurde, Hatti sich einen ominösen Männerschnupfen einfing und Martin mit seinem „Ordnungssystem“ niemanden mehr überraschte … alles war in einem unaufgeregten Fluss. Wir kennen uns so gut und so lange, dass jeder sich so geben konnte wie er ist, auch wenn seitens der Ehefrauen gelegentlich der Wunsch geäußert wurde, Themen rund um den letzten Stuhlgang auf „nach dem Frühstück“ zu verschieben. Hilfreich ist natürlich auch, dass Silvi und Martin sich schon perfekt auf BigFoot auskennen.

Schon am Tag nach der Anreise wurde der örtliche Lidl leer gekauft (dass in Portugal eine plötzliche Bier- und Weinknappheit herrschte, ist nur ein unbestätigtes Gerücht) und gegen Mittag wurden die Leinen losgeworfen. Wir selbst sind auch schon einige Zeit nicht mehr gesegelt und die 24 Knoten Wind, die uns direkt auf die Nase trafen, hatten etwas Abenteuerliches. Hoch am Wind erreichten wir das nicht weit entfernte Alvor etwas durchgeschüttelt.

In Alvor blieben wir zwei Nächte vor Anker und segelten dann nach Lagos. Diesen Hafen meiden wir sonst weitestgehend. Er ist mit 37,- EUR/Nacht in der Nebensaison recht teuer. Weil sich sehr schlechtes Wetter ankündigte, ging es auch schon am Folgetag zurück in den Hafen von Portimao.

Die kurze Wetterberuhigung nutzen wir mit drei Segeltagen super aus.

Unsere Wetterapps warfen in den folgenden Tagen immer wieder neue Warnungen auf den Bildschirm, wobei jede neue Warnung die vorherige überbieten sollte. Von „Gelb“ über „Orange“ erreichten viele Landesteile die rote Warnstufe. Der Abstand der Isobaren zueinander war kaum noch zu erkennen und Kaltfronten gaben sich die Klinke in die Hand.
Sturm, Wellen bis 14 Meter an der Westküste, Schnee (im Gebirge), Starkregen und Kälte waren das Ergebnis. Die Algarve blieb zwar überwiegend verschont, aber am Strand liegen wollte, bis auf tote Möwen, keiner mehr.

Und trotzdem! Wir machten das Beste draus! Mehrere Wanderungen in Regenpausen, Stadtbesichtigung und vor allem Essen, Essen, Essen ließen uns das Wetter vergessen.

Wir kochten Dinge, deren Namen wir, wegen unserer sonstigen Sparsamkeit, schon fast vergessen hatten. Hatti´s Körper, der sich ungefragt schon vor zwei Wochen entschieden hatte, künftig ohne Taille auszukommen, fing aufgrund seiner Masse schon wieder an, die Gezeiten zu beeinflussen. Am letzten Tag hielt der Knopf der letzten, noch passenden Hose der Dauerbelastung dann auch nicht mehr stand.

Insofern haben wir das Allerbeste aus diesen Tagen rausgeholt und hoffen auf eine baldige Wiederholung. Wie und wo auch immer!?

Nachdem die Beiden abgereist waren, verließen wir den Hafen von Portimao und liegen nun seit gestern wieder in Alvor vor Anker. Hatti kämpft nach neun Tagen noch immer mit seinem Männerschnupfen und Steffi mit dem Gejammer, welches nach Abreise der Gäste spontan zugenommen hat. Hatti geht von einem umgekehrt reziproken Zusammenhang zwischen Gejammer und Länge eines Männerschnupfens aus – einen Beweis bleibt er allerdings schuldig.

Außerdem glaubt er, dass das, was derzeit aus seiner Nase kommt, einen extraterrestischen Ursprung hat und einer Art Symbiont entspringen muss.

Schlimmstenfalls ist bei ihm doch etwas mehr aus den Fugen geraten – bestenfalls schließt etwaiger Symbiont kognitive Lücken (Steffi: „am Besten, er übernimmt gleich….“).

2 Gedanken zu „Besuch aus Hamburg: Urlaub, Stuhlgang und Außerirdisches“

  1. Hallo ihr Lieben,
    Schön habt ihr es da, auch wenn das Wetter nicht der Burner war. eure Bilder wecken schöne Erinnerungen bei uns.
    Seid ihr im Sommer wieder in HH?
    Liebe Grüße
    SY Auriga
    Manni und Ute

  2. Moin,
    zum Thema Männerschnupfen:
    ‘Angenommen ein Mann hat Schnupfen, aber es ist keine Frau in der Nähe, die ihn leiden sieht.
    Hat er dann trotzdem Schnupfen ? ‘

    LG Berti

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