Es stürmte und regnete! Man konnte wochenlang nichts machen. Und gab es auch kurze Regenpausen, so überfiel uns akute Bocklosigkeit, gepaart mit der Sorge, dass sich unser Termin, an dem wir zurück auf´s Schiff wollen, immer weiter nach hinten verschiebt. Die Stimmung erreichte Tiefststände.
Immerhin schafften wir ein schon immer geplantes Projekt: Die Dämmung des Dachbodens.
Hatti gelingt es, innerhalb von 20 Sekunden einzuschlafen. Die Schnarch- und Schlafapnoe beginnt nur wenig später. Steffi hingegen braucht die 100% Erfüllung einer Vielzahl von Variablen, bis sich ein Anflug von Müdigkeit ergibt. Keine guten Voraussetzungen also, um gemeinsam in´s Reich der Träume einzutreten. Es ist eher so, dass Hatti sich dort schon austobt, nachdem er die Tür hinter sich zugeschlagen hat und Steffi entnervt davor stehen bleibt.
Oft bleibt dann nur getrenntes Schlafen. Auf dem Dachboden haben wir ein Doppelbett provisorisch aufgestellt und man guckte auf das offene Dachgebälk und Dachpfannen. Auch der übliche Dachboden Krimskrams störte das verwöhnte Auge. Hinzu kamen Nächte mit nur zwei Grad Celsius, Heizdecke und Pudelmütze – Wer schnarcht, muss frieren! Nicht Lustig!
Der ganze Dachboden wurde mit Steinwolle gedämmt, der Schlafbereich mit Paneelen verkleidet und ein altes Großsegel vom Schiff dient von nun an als Raumtrennung zum übrigen Dachbodenmüll. Dachfenstereinbau, kleiner Fernseher, Teppiche… fertig war ein urgemütliches „Jugend“-Zimmer (Steffi: „Ich lach mich schlapp!“).
Das Wetter wurde besser und wir begannen mit den Reparaturen der Sturmschäden. Die beiden Überdachungen der Nebeneingänge wurden wieder angebracht und besser gegen Stürme gesichert. Die öffentliche Stromleitung wurde wieder am Haus montiert und der völlig zerstört geglaubte 600 EUR Sonnenschirm wurde mit einer Vielzahl von Nieten, Schienen, selbstgebauten Verbindungsstücken für gebrochene Stagen und Nähmaschine wieder zusammengeflickt. Über den Schirm freuten wir uns am meisten, weil der Schaden nicht von der Versicherung abgedeckt war.
Dann kam das neue Motorrad. Eine bildhübsche Royal Enfield Himalayan 450 mit 40 PS. Wir unternahmen erste Ausflüge und genossen Temperaturen über 20 Grad.
Nebenbei reparierte Hatti das Dach unserer älteren Nachbarin Mariana. Nach dem Dach folgten weitere kleinere Reparaturarbeiten. Wir dürfen dafür unser Motorrad bei ihr in der Garage unterstellen und bekommen jeden dritten Tag verschiedene von ihr gekochte portugiesische Eintöpfe geliefert. Wir sprechen kein Portugiesisch und sie kein Englisch, aber die Herzlichkeit unserer Begegnungen und Hände und Füße helfen über alle Kommunikationshürden hinweg. Unsere eigene Omi in Portugal.![]()
Durch den Sturm gab es Massen umgestürzter Bäume und überall heulten die Motorsägen. Jeder deckte sich mit Holz für den nächsten Winter ein!
Hatti wurde unruhig, zappelte nur noch rum und die üblichen Diskussionen begannen:
„Wir brauchen dringend eine Motorsäge!“
„Zuhause liegen schon zwei Sägen rum!“
„Zuhause bringen die uns so mal gar nix!“
„Dann aber eine billige Säge -WIR HABEN SCHON ZWEI!!!“
„Billig kaufen ist zweimal kaufen!“
Steffi hat es echt nicht leicht! Es wurde eine Stihl MS251 mit Leichtstarter. Kenner wissen, was für ein geiles Teil das ist!
Zur Belohnung durfte Steffi bei unseren südafrikanischen Freunden, die ein riesiges Grundstück haben, sechs Tonnen Holz sägen und schleppen. Auf die vier Sägetage folgten vier weitere Tage, an denen das Holz ofengerecht gesägt und gehackt werden musste. Puuhh, das ging an die Substanz!
Immerhin haben wir für die nächsten 1,5 Winter genügend Feuerholz und bei Preisen von 180,- Euro pro Tonne Holz ist die Säge schon rausgearbeitet.
…Steffi hat es echt nicht leicht!

Eine Stihl mit Leichtstarter… Top…Habe ich auch, nix mehr mit schlappen Armen schon kurz nach dem Starten
Oh Mann, Steffi musste aber auch wieder ran…
Andere Frauen bekommen einen Brillant Ring, Steffi bekommt ne Motorsäge. Mann, Mann, Mann! 😉😅
Moinsen,
ich freu mich grad nur, dass es euch gut geht.
Und sende liebe Grüße