Die Heimat zu Besuch: ins Wasser gefallen, Sturmtief und ein beinahe Pferdekuss

Mit unseren alten Freunden Martin und Jörg ist ein Stück Heimat zu Besuch gekommen.

Martin landete zuerst in Vigo. Wir holten ihn vom Flughafen ab und segelten mit ihm schon am nächsten Tag zur Insel Cies. Hier gab es am Ankerplatz einen fiesen Atlantikschwell, der ganz fiese um die Insel kroch. Das Anlanden mit dem Dingi wurde zur Herausforderung.

Hatti ging baden.

Ein unsicherer Blick, ob es wohl jemand gesehen haben könnte, erübrigte sich. Denn der Strand war übersät mit Menschen, gefühlte 90% davon die berühmten spanischen Strandschönheiten! Spaß hatte dabei nur Steffi!
Wir bewanderten die Insel und freuten uns schon auf den Grillabend. Zwischen Wandern und Grillen, lag aber noch das Ablegen.

Martin ging baden.

Die Strandschönheiten waren leider alle noch da…
Das Grillen war herrlich. Nach langer Abstinenz gab´s mal wieder Fleisch! Die Nacht wurde aufgrund des Schwells aber eher unruhig, weshalb wir auch am nächsten Tag schon die Insel verließen und in eine andere Ankerbucht verholten. Dort war es ruhiger, aber auch war hier das Anlanden und Ablegen noch schwierig. Abends machten wir erstmalig unseren Feuertopf mit einem Auflauf fertig fuhren mit dem Schlauchi an Land, sammelten Holz für ein Feuer, auf das wir den Topf stellten und los ging es. Lecker Essen bei Sonnenuntergang an einem spanischen Strand – was will man mehr!? Zwischen lecker Essen und Koje lag dann aber noch das Ablegen mit leicht beduseltem Kopf.

Martin ging baden…

und Hatti machte sich vor Lachen in die Hose. Diesmal war´s besonders lustig, weil er bis zur Brust im Wasser stand (wobei er auch nicht sonderlich groß ist! :)) und Hatti Ihn von hinten mit besorgtem Blick beobachtete. Erst als Hatti die kleinen Ringe um Martin herum im Wasser sah, war klar, dass auch dieser vor sich hin gackerte. Nun sollte er aber auch mal aus dem tiefen Wasser heraus kommen! „Ok“ sagte dieser – und stand auf! Er saß die ganze Zeit im Flachwasser und gackerte vor sich hin. Mann, haben wir gelacht!

Am nächsten Tag ging es zurück in den Hafen von Moana, weil nun Jörg Mehldau am Abend in Vigo landete und abgeholt werden wollte.
Jörg landete pünktlich… sein Koffer nicht! Dieser war in Barcelona hängen geblieben und blieb auch bis Donnerstag verschwunden. Es wurde eine Kollekte in Sachen Unterhosen, T-Shirts, Strümpfe usw. gestartet. Unter alten Freunden tauscht man gern auch gebrauchte Klamotten. Steffi wollte sich an dem Ringelrein jedoch nicht beteiligen.

Leider sollte am kommenden Tag das Wetter schlechter werden und wir entschieden uns für eine Wanderung im Umland. Erst am darauffolgenden Tag konnten wir endlich wieder segeln, um dann abends aber doch wieder in den Hafen zu motoren, weil sich das Sturmtief Miguel näherte und am Donnerstag mit 50 Knoten in die Bucht hereinwehen sollte.

Dieser Donnerstag sollte uns allen in Erinnerung bleiben:
Hatti: er wollte bei dem Sturm das Schiff nicht verlassen und kontrollierte ständig die Leinen und Ruckdämpfer.

Steffi, Jörg und Martin: Sie unternahem mit dem Auto einen Ausflug nach Vigo, um ein wenig zu shoppen. Auf dem Weg dorthin sah Steffi etwas aus dem Augenwinkel über die Straße laufen. „Sagt mal, war das eben ein Pferd? Glücklicherweise ging sie vom Gas, denn im nächsten Moment gallopierte das Pferd in wilder Panik wieder zurück über die Kreuzung. Vollbremsung! Entgegen kam ein LKW! Vollbremsung! Alle Beteiligten verpassten das Pferd (ein großes Arbeitspferd) um Haaresbreite und der Besitzer stand auf dem Berg und hielt sich die Hände vor die Augen. Nicht auszudenken, was hätte passieren können. Wie gut, dass der Schutzengel dabei war!!

Als die Kaltfront über den Hafen mit bis zu 43 Knoten hinweg zog, waren wieder alle an Bord und der  Wind  brüllte in den Wanten und Stagen. Die Front war nach 15 Minuten durch. Schlagartig wurde es ruhiger und die Sonne kam raus. Ein typisches Wetter für den Durchzug einer Kaltfront.

Das Sturmtief zog weiter Nord-Ostwärts auf die Biskaya und traf dann auf die französische Küste. Im Süden der Biskaya wurde die Crew eines irischen Segelbootes von einem Hubschrauber abgeborgen (siehe: hier) und an der französischen Küste geriet ein Fischer in Seenot. Ein Rettungsboot, welches zur Hilfe eilte überschlug sich und drei Retter ertranken. Der Fischer wird vermisst (siehe: hier). Puh! Durchatmen!

Am Abend verarbeiteten wir die Erlebnisse mit einer Youtube Session. Jeder konnte sich reihum ein altes Lied wünschen. Da kam eine schräge Musikauswahl zustande. Bis um 03.00 Uhr schmetterten wir alte Songs und schwelgten in Erinnerungen. Im ganzen Hafen hörte man unseren Engelschor.
Der nächste Tag, Martins letzter, war folglich etwas ruhiger:). Wir segelten noch etwas in der Bucht und ließen Martins letzten Urlaubstag bei einem leckeren Essen ausklingen.
Am nächsten Morgen fuhr Hatti Martin mit dem Schlauchi an´s Ufer und Martin verabschiedete sich! Schnief! Zuvor schaffte er es beim Anlanden noch einmal zu stolpern und ging fast wieder baden. Für eine nasse Hose reichte es aber noch. Er brachte unser Auto Willy nach Porto (von wo er zurück flog), stellte es dort ab und übergab die Schlüssel im dortigen Yachthafen, wo wir Willy bei unserer Ankunft wieder abholen werden. Klappte alles super.
Mit Jörg segelten wir zum Ausgang der Bucht von Vigo und ankerten dort eine Nacht.
…und am nächsten Tag ging es Richtung Viana do Castelo (Portugal)!!! Ja, wir sind wieder on Tour! Aufregend. Seit über 6 Monaten lag BigFoot nun in der Ria und wir erkunden weiter unsere ganz eigene „Terra Incognita“!

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