Eine Nacht vor Anker: Der Schwell

Wieder einmal: Nach der letzten Nacht ein paar Worte zu dem Schwell im Allgemeinen oder zur Atlantikdünung im Speziellen.

Der Schwell…ist ein Fehler der Natur. Das Naturgesetz von „Versuch, Scheitern, neu versuchen“ gilt nicht für ihn. Er blieb und bleibt in seiner sinnlosen Boshaftigkeit über Milliarden von Jahren unverändert und trieb schon in der Ursuppe die Einzeller in den Wahnsinn….der Schwell

Der Schwell gibt nie! Er nimmt nur, nein, er raubt und zwar den Schlaf…der Schwell

Der Schwell ist tückisch. Eine Gewehrkugel ist ehrlich! Du hörst den Schuss und wenn am anderen Ende keine Blinze steht, weisst du, dass es um dich auf direktem Wege, schnell geschehen ist. Nicht so der Schwell. Er entsteht oft hunderte Meilen entfernt. Du siehst hörst und schmeckst ihn nicht,wenn er langsam kommt. Er kommt um Ecken! Hafenmolen, selbst ganze Inseln umschifft er mit einem miesen Grinsen, wenn er dich in deiner vom Revierführer beschriebenen, ach so geschützten Ankerbucht findet… der Schwell

Der Schwell macht Freunde zu Feinden. Teller, Tassen, Besteck und Gläser, die ich gemeinhin als Freunde bezeichne, weil sie der Nahrungsaufnahme dienen, werden zu erklärten Feinden, weil immer immer etwas klappert, rutscht oder schabt. Hat man es doch irgendwie und kurz vor Sonnenaufgang geschafft, sämtliche Geräusche im Schiff abzustellen, bleibt beim rollenden Schiff das Rascheln am Ohr durch das Kissen. Er ist unbarmherzig, gerade zu Menschen, die gern auf der Seite liegen…der Schwell

Der Schwell gäbe Anlass zur Gründung einer Partei. Würde es die ADS (Abschaffung des Schwells) geben, es wäre die Meine! In einer Regierungskoalition mit der ADK (Abschaffung der Kapeffekte) wäre ich Aussenminister und würde meine Botschaft in die Welt tragen. Ein Leben auf der Erde wäre um einiges erträglicher ohne ihn. Rente, Pflege und Klimawandel verlieren sich in der Bedeutungslosigkeit, hat man ihn erst einmal kennengelernt…den Schwell

Der Schwell trennt Menschen. Er lässt eine Zweiklassengesellschaft entstehen, in der die eine voller Neid auf die andere blickt: Die Monos und die Katamarane… der Schwell

Der Schwell hat hier in Nordspanien einen eigen Namen. Er heißt – verdammt, ich finde den Namen nicht mehr- jedenfalls: Übersetzt lautet sein Name Pillermannsausack… der Schwell

Der Schwell macht nicht schön! Im Gegenteil: er lässt dich morgens auf dem Weg zum Bäcker über den Steg wanken, mit dem Gesicht eines Zombies in den Wechseljahren…der Schwell

Den einzigen Nutzen, den wir für uns entdecken konnten: Man nehme frisch gekochte Eier oder Nudeln, schreie sie unvermittelt an: SCHWELL! – abgeschreckt, klappt immer! Geht auch bei Schluckauf!
In einer medizinischen Studie bleibt abzuklären, ob er evtl. auch bei Menschen mit Zwangsstörungen hilft…der Schwell

So…jetzt geht’s mir besser! Ich setze mich nachher bei Wind und Regen unter einen Baum und versuche nicht an ihn zu denken….den Schwell:-)

Ergänzungen???

2 Gedanken zu „Eine Nacht vor Anker: Der Schwell“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.