Ansegeln: Maschinenstreik, extrovertierte Felsen und Heirat einer Ankerwinsch

So, Wetter ist feini – raus aus dem Hafen!

Wie immer bei der ersten Saisonfahrt ist man ein kleines bisschen aufgeregt. Läuft die Maschine? Ist das neue Großsegel richtig angeschlagen? …und kann man das Alles überhaupt noch? Wir zwei Salzbuckel 🙂 schafften die 4 Meilen bis in die nächste Ankerbucht aber ohne Probleme. Nach nur einer Stunde fiel der Anker. Sonne, kaum Wind, keine Welle und neben uns ein spanisches Boot mit 5 jungen Mädels, die sich den ganzen Tag in der Sonne räkelten. Ein perfekter Tag, nicht nur für Hatti. Steffi sprang sogar noch in den nur 14 Grad kalten Atlantik. Hatti, der aufgrund der Nachbarn eher eine Abkühlung gebraucht hätte, frostködelte.

Am nächsten Tag war bei 5 Windstärken segeln angesagt. Mit einem Reff im Großsegel rauschten wir (wenn man das mit 14 Tonnen überhaupt kann!?) durch die Vigo Bucht. Herrlich! Nach ein paar Stunden nahm der Wind weiter zu und wir holten das Großsegel ganz ein. Nur mit Fock segelten wir in Richtung neue Ankerbucht. Die Einfahrt zur Bucht ist mit Muschelfarmen gespickt und man kam nur unter Maschine rein. Also Motor an. Der wollte aber nicht anspringen! Neiiiiiinnnn!!! Immer wieder die Geschichte mit der Maschine. Hatti also kopfüber in den Motorraum, Steffi oben am Steuer, um unter Fock das Schiff bei viel Schräglage auf Kurs zu halten. Wenn ein Bootsdiesel nicht anspringen will, liegt es meist daran, dass er keinen Diesel bekommt. Grund kann sein, dass Luft in den Dieselleitungen ist. Das Prozedere „Entlüften“ kann Hatti mittlerweile blind!  Aber: zweimaliges Entlüften brachte nix! Wir änderten den Kurs auf eine Ankerbucht, die man auch unter Segel anlaufen kann. Als Hatti, leicht angenervt, wieder aus dem Motorraum auftauchte, sah er den Grund für die Probleme: Beim Ausschalten des Motors muss man einen Hebel ziehen, um dem Motor die Kompression zu nehmen. Ist der Motor aus, muss man diesen natürlich zurück drücken, damit der Motor beim späteren Starten wieder anspringt. „Wenn man nicht immer hinter diesen Mann herräumt…“ Hebel rein, Motor starten und ab in die Ankerbucht. Puh! Schöner Schreck!

Auch den nächsten Tag segelten wir ziellos in der Ankerbucht umher. Abends suchten wir uns eine neue Ankerbucht, wo auch viele Einheimische ankerten. Bei nunmehr 16 Grad ging auch Hatti der Warmduscher mal ins Wasser. Als es gegen Abend kalt wurde und wir uns ins Schiff verkriechen wollten, ging Hatti noch einmal aufs Achterdeck, um irgendein Geklapper abzustellen, warf dabei einen Blick ins Wasser und merkte, dass das Geklapper in den nächsten 3 Stunden eher nicht das Problem sein wird. Neben uns schälten sich bei fallendem Wasser langsam große Felsen aus dem Wasser. Als wir den Anker warfen, stimmte die Tiefe auch bei Niedrigwasser. Bei 40 Meter Ankerkette vertreibt man aber ganz ordentlich und da Felsen nicht die Angewohnheit sich flach, und schutzsuchen auf den Grund zu legen, sondern eher extrovertiertem Gemütes sind, war nicht auszuschließen, dass wir den für uns gemachten Felsen „finden“! Weg hier! Nun ein Hoch auf die im letzten Jahr gekaufte Ankerwinsch: 40 Meter Kette per Knopfdruck hoch zu holen, kommt gutem Sex sehr nahe, wenn man, ja wenn man all die Jahre die Kette per Hand hoch holen musste. Wir lieben unsere Tigres Ankerwinsch!

Schön war´s! Und bei jeder Tour hatten wir viele Delfine, die uns begleiteten.

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