2018 – das bisher schönste Jahr unseres Lebens? oder: Ist Glück nichts weiter als ein Informationsdefizit? – Ein Rückblick

Nachdem 2017 eher ein „geht so..“ Jahr war resetetten wir uns am 01. Mai und legten In Saint Brieuc, unserem Überwinterungshafen, ab. Kurs Süd! Was dann folgte, waren Monate, wie wir sie 2017 nicht erlebt haben.

Fast durchgängig hatten wir angenehme Winde aus Ost oder Nord und eine Biskaya, die einem Ententeich glich.

Fest entschlossen, unseren Plan einzuhalten, nämlich nicht mehr zu planen, passierten wir zufällig Brest (Hatti´s Minimalziel :)) und rutschten immer tiefer in die Biskaya rein.

Während andere Schiffe, von Brest startend, die Biskaya überquerten und schon längst in A Coruna angekommen waren, ankerten wir noch in Flüssen, schlenderten durch französische Dörfer oder campierten grillend an Inselstränden und frönten Wein, Weibern und Gesang. Wir hatten immer nur den nächsten Hafen/Ankerbucht der französischen Atlantikküste im Blick.

Nach einem unangenehmen 130 Meilen Schlag, in einem Revier wo vor 4 Wochen ein deutsches Ehepaar kenterte, der Skipper ertrank und selbst Rettungskräfte von Wellen vom Deck gewaschen wurden (von Helikoptern später gerettet), empfingen wir mit einem Mal spanisches Radio!
Mit Spanien änderte sich Vieles. Lebensmittel kosteten manchmal nur noch die Hälfte. Zeitweise ist es günstiger essen zu gehen, als selbst zu kochen. Außerdem: Party Party Party! Und das in Lautstärken, die keine Trommelfelle kennen. So wie die Franzosen demonstrieren können, so feiern die Spanier: immer Vollgas!

Leider nahm in Spanien aber auch, für jeden sichtbar, die Umweltverschmutzung zu, die sich pauschal mit einem Wort beschreiben lässt: Plastik!!! …und nach einer Studie sind in den Meeren nur 20 Prozent sichtbar. 80 Prozent sind bereits in Mikroplastik gelöst oder liegen auf dem Grund!
Leute, ihr glaubt nicht, wie viel Plastik auf dem riesigen Atlantik schwimmt und an den Küsten angeschwemmt wird oder ganze Hafenbecken füllt. Das ist kein theoretisches Problem! Es ist real sichtbar und man verzweifelt an der Kasse des Discounters, wenn man sich seine Einkäufe ansieht.
Wenn dann auch noch ein fehlendes Pfandsystem auf ein häufig fehlendes Umweltbewusstsein der Bevölkerung trifft, führt das zu völlig vermüllten Wäldern, Stränden und Wanderwegen.
Hinzu kommen Buchten, die von Öl und Diesel schlecht gewarteter Fischerboote verdreckt werden, die in ihrem eigenen Siff inmitten der Muschelfarmen ihre Muscheln ernten. Diese Muscheln und Fische landen bei uns auf dem Teller! Auf Speisekarten müssen doch alle Zusatzstoffe genannt werden!? Folgerichtig sollten Diesel und Mikroplastik da doch auch zu finden sein!? Man darf nicht weiter darüber nachdenken…

Genial ist die Seglergemeinde, die sich unterwegs bildet. Jeder kennt jeden oder kennt jemanden den man kennt, äh oder wie jetzt? – egal! Alle sind hilfsbreit, mit ähnlich durchgeknallten Gedanken unterwegs und Lebensplanungen, auf die man vielleicht erst kommt, wenn man das Hamsterrad einmal verlassen hat und zwei Flaschen Wein hinter sich hat Die Einheimischen, Holländer, Belgier, Franzosen, Spanier und die Segler aller Nationen… man möchte die Welt knutschen, wenn man an all die geschlossenen Freundschaften zurück denkt!

So völlig vom Mond kommend, hört man dann die Nachrichten: AfD, Chemnitz, Trump, Erdogan…die Liste scheint endlos! Meinungen, die es für notwendig erachten lassen, Flüchtlinge ertrinken zu lassen um Menschen davon abzuhalten vor Krieg, Hunger aber auch Perspektivlosigkeit zu flüchten, sind gesellschaftsfähig geworden und wir müssen beobachten, wie viele Menschen auf völlig vereinfachte populistische Aussagen von rechts und von links hereinfallen, die komplizierte globale Probleme mit platten nationalistischen oderweltfremden Lösungen zu heilen versprechen. Schaltet Euer Gehirn ein, geht in die Welt hinaus, verlasst Eure Komfortzone und bildet Euch eine eigene Meinung! Oder bleibt auf Eurem Wohlstandsturm und macht euch was zu essen, aber richtet bitte, bitte kein weiteres Unheil an!

Mit dem Angebot von Jörg´s Cousin und seiner Frau, in deren Haus in Stelle bei Hamburg zu überwintern, erfolgreichem Weihnachtsbaumverkauf und einer über die Feiertage hinzugewonnenen Körpermasse, die mal wieder Ebbe und Flut zu beeinflussen scheint, endet nun das Jahr für uns und wir freuen uns auf 2019!

Der Plan? Wie gehabt: wir haben keinen! 🙂

Euch allen einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr 2019! Yeeeehaaa!!!!

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